Herbstanlass 2009
Das Kloster Fahr und
die Geschichte des Limmattals seit 1130


Bei herrlichem Wetter fanden sich am 29. August an die 90 Vereinsmitglieder im Kloster Fahr ein, um sich über die Geschichte „ihres“ Klosters zu informieren. Als Referent stellte sich der Hobbyhistoriker Carl August Zehnder, em. Prof. für Informatik der ETH Zürich, zur Verfügung.

Eigentlich hätte P. Kassian Etter aus dem Kloster Einsiedeln zu diesem Anlass über sein Leben berichten wollen. Da er jedoch am 3. April ganz plötzlich verstorben ist, konnte er selber nicht mehr dabei sein. Vielleicht war es ihm zu verdanken, dass sich die Sonne pünktlich zum Eintreffen der Vereinsmitglieder gegen die Wolken durchsetzte und der „Herbstanlass“ unter sommerlichen Bedingungen stattfinden konnte.

Das Alternativprogramm, das die Präsidentin des Vereins für die Anwesenden organisiert hatte, konnte sich allerdings sehen lassen. Sie konnte ihren Mann, den Hobbyhistoriker Carl August Zehnder, dafür gewinnen, einen ausgesprochen fundierten Vortrag über die Geschichte des Klosters und die politische und verkehrstechnische Entwicklung im Limmattal zu halten.
(Die Folienpräsentation kann hier heruntergeladen werden.)

Der Referent hat es wunderbar verstanden, die Neugier seines Publikums nach den Menschen, die in diesem Kloster gelebt haben, zu wecken. So erwähnte er, dass Ulrich Zwingli 1524 höchst persönlich im Fahr erschien, um die armen Frauen von der Pflicht des nächtlichen Gebetes zu befreien, indem er ihnen den so genannten „Kloster-Mettgesang“ erliess. Da damals, wie aus einer Randbemerkung von Prof. Zehnder zu erfahren war, die Nonnen ihre eigenen Haushalte führten, stellt sich die Frage, ob diese wackeren Frauen es für nötig hielten, sich vom hohen Besuch von dieser Pflicht befreien zu lassen-. Da sie scheinbar ihre eigenen Ideen hatten, wie sie ihr Zusammenleben gestalten wollten, wäre es durchaus vorstellbar, dass sie ohnehin genug emanzipiert gewesen wären, um auch auf den nächtlichen Gesang zu verzichten, hätten sie das denn so gewollt.

Nach dem geschichtlichen Rückblick informierte die Präsidentin des Vereins, Verena Zehnder, über das neue Buchprojekt. Der Verein Pro Kloster Fahr wird die Texte des Schreibwettbewerbs anlässlich des Geburtstags von Silja Walter vom vergangenen Frühling in Buchform herausgeben. Die entsprechende Buchvernissage soll schon am 29. November 2009 stattfinden. Nach Informationen aus dem Kloster durch Priorin Irene fanden sich die Gäste im wunderschönen Garten der Bäuerinnenschule zum Umtrunk ein, bevor der Anlass mit der Vesperfeier beendet wurde.

Verena Huber-Halter

Verein Pro Kloster Fahr